Manfred

Aikido, mein Sport zur Förderung von Bewusstsein und Achtsamkeit

Viele Jahre war ich auf der Suche nach einem Sport, welcher die Konzentration auf den Augenblick fördert und mir dabei hilft, meine Wahrnehmungsinne zu schärfen.

Meditation und Yoga haben mir geholfen den Geist ruhiger zu bringen, mir fehlten dabei allerdings noch die sozialen Kontakte eines Vereins und die Förderung der Kondition.

Beim ersten Probetraining im November 2012 wurde ich zu meiner Überraschung sofort integriert, als gehöre ich schon länger dazu.

Das Aikido Training lehrte mich, dass „denken und verstehen wollen“ absolut hinderlich ist und nichts funktioniert.

Schnell wollte ich vorwärts kommen um zu den anderen aufzuschließen. Die gewohnte Willensstärke brachte außer einer Schulterverletzung mit einer Zwangspause zum Auskurieren und Nachdenken gar nichts. Geduld, Ausdauer und konsequentes Üben sind die neuen Eigenschaften um vorwärts zu kommen.

Bis dahin hatte Aikido für mich den Charakter von Ausgleichssport zu meiner Schreibtischarbeit gehabt. Es setzte sich die Erkenntnis, dass Aikido eine Philosophie und Lebenseinstellung und somit weit mehr als Sport und Kampfkunst ist. Trotz dieser Erkenntnis ist es für mich immer wieder ernüchternd zu erleben, dass Übungen die so einfach aussehen in der Umsetzung dann so lange scheitern.

Oftmals würde ich am liebsten „in die Matte beißen“ weil die Koordination von Armen, Händen, Fuß- Stellung, Schritt, Körperhaltung und Abrollen nicht so klappt wie es sollte.

Das Waffentraining (es sind Stock, Schwert und Messer aus Holz) mit dem Stock bringt mich immer wieder an meine Grenzen der Geduld wenn mein Stock was anderes macht als der vom Trainer. Mein Stock ist sehr eigenwillig, störrisch und will mir bei verschiedenen Übungen absolut nicht gehorchen. Mittlerweile weiß ich, in solchen Situationen steht mir mein Kopf mit „verstehen wollen“ im Vordergrund und ist somit hinderlich.

Die Trainings machen Spaß, auch wenn ich mich an manchen Folgetagen nur unter großen Mühen wegen heftigem Muskelkater bewegen kann.

Aikido enthält viele Elemente zum Erhalt der Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit, zum Schärfen der Sinne und zur Förderung der Aufmerksamkeit auf den Augenblick.

Gerade deshalb ist Aikido knapp 1,5 Jahre später ein fester Bestandteil in meinem Leben  geworden. Das freundschaftliche, fördernde und tolerante Miteinander im Training und außerhalb des Trainings tragen letztendlich dazu bei, dass ich zweimal die Woche 60 Km nach Erding fahre.

 

(März 2014)